Home, sweet Home!

Glücklicherweise verlassen wir unfallfrei das verkehrschaotische Buenos Aires und sind froh endlich auf dem schnellen Highway Richtung Norden zu düsen. Entlang geht es am Rio Uruguay durch recht langweilige Landschaft – unterbrochen nur durch den ein oder anderen schönen Flussblick. Die Nacht campen wir wild am schönen Flussufer in Colón  (den ein oder anderen Fäkalwitz können wir – also Laura Anm. Toto – uns nicht verkneifen..), der beliebteste Urlaubsort der Porteños (Bewohner von Buenos Aires) nach Mar del Plata. Ganz nett mit dem sandigen Flussufer und dem Urlaubsortflair, aber mehr auch nicht.

Am nächsten Tag biegen wir über das staubige Gauchodorf Mercedes in das Naturschutzgebiet Esteros del Iberá ab – Drei Stunden lang geht es über eine schlechte Schotterpiste bis in das große Sumpfgebiet. Schon auf dem Weg begegnen uns zahlreiche Wasserschweine – die sind so süß! Bei der ersten Begegnung sagt Toto, der offensichtlich SEHR fehlsichtig ist, ungerührt: schau mal, Nilpferde auf der Fahrbahn. Ich: Oh mein Gott, was ist das?? Toto: Oh, ich wollte einen Witz machen, ich dachte das wären Kühe… Kühe?? Das ist der Moment wo ich mir denke, es wäre vielleicht doch besser wenn ich fahren würde…

das erste Wasserschweinpärchen

das erste Wasserschweinpärchen

Stolzieren trifft zu

Stolzieren trifft zu

Der idyllische Campingplatz direkt am See ist super schön. Es gibt einen Wanderweg, auf dem man mit etwas Glück  – wir haben Glück – Brüllaffen (die lautesten Affen der Welt!) beobachten kann und einen Steg, der durchs Schilf führt, wo man einen Einblick in die Artenvielfalt der Vögel hier bekommt. Wir hatten eigentlich mit argentinischen Touristenmassen gerechnet, da der Nationalpark in unserem Führer als Hauptattraktion beschrieben wird, aber die Einheimischen ziehen wohl das Sardinenbüchsenstrandleben in Mar del Plata oder Colón deutlich vor und wir sind mit einer Hand voll Argentiniern und Europäern alleine. In der Nacht kommen nicht nur zahlreiche Wasserschweine zum Grasen, sondern auch 20 cm große Riesenfrösche an Land. Bei all der Faszination wird es uns aber bald bewusst wovon sich letztere ernähren – fluchend mit 1000 Mückenstichen trotz langer Kleidung flüchten wir uns schon um 7 Uhr abends ins Zelt.

20cm!

20cm!

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Sunset in Esteros del Iberá

Sunset in Esteros del Iberá

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Wasserschweinbesuch zur Nacht

Wasserschweinbesuch zur Nacht

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Wasserschwein-Abendschwimmstunde

 

Am nächsten Morgen sind wir mir mit Verena und Daniel aus Zürich verabredet, die wir am Nachmittag vorher kennen gelernt haben, um einen Bootstrip zu machen – die beste Art um die Tiere zu sehen! Es ist wahrlich fantastisch, seht selbst:

Yacaré, das Minikroko - für die Handtasche reicht's

Yacaré, das Minikroko – für die Handtasche reicht’s

mit Jungen (im background)

mit Jungen (im background)

Hirsch mit Reflex also Spiegelung, also super Foto, oder?

Hirsch mit Reflex also Spiegelung, also super Foto, oder?

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Chaja

Chaja

ich muss gleich reiern

ich muss gleich reiern

der Zeltplatz in Iberá

der Zeltplatz in Iberá

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Weiter geht es dann mit dem Auto nach Yapeyú, der Geburtsstätte von San Martín, dem großen Befreier und meistverehrten Volksheld Argentiniens. Der nette Mann im Monument, das San Martíns Geburtshaus vor der Witterung beschützt, erzählt uns alles über den Libertador und seine Familie. Tatsächlich hat er nur die ersten drei Jahre seines Lebens hier verbracht und ist danach nach B.A. gezogen – naja, aber sonst hätte das verschlafene Dorf wohl gar nichts zu bieten. Interessant ist, dass San Martín in Spanien Militärkarriere machte, um dann seine eigenen Ausbilder aus Argentinien zu jagen. Daher musste er sich in der Anfangszeit den Vorwurf gefallen lassen, er sei ein spanischer Spion. Nationalistisch wie die Argentinier sind, steht daneben noch das Monument für die Helden der Malvinas/Falkland-Inseln – ein unvollendeter Torbogen – das „Heim ins Reich“ steht eben noch aus…

wild west Idylle - hier fällt nicht mal ein Sack Reis um

wild west Idylle – hier fällt nicht mal ein Sack Reis um

Hier wurde San Martín geboren

Hier wurde San Martín geboren – dafür müssen seine Eltern jetzt hier in diesem Kaff liegen

alle Action von Yapeyú

alle Action von Yapeyú

Es gibt noch Jesuitenruinen von einer der in der Region zahlreichen „Reduktionen“ – allerdings wäre hier der Begriff „random Steinhaufen“ angebrachter. Zu den Jesuitenreduktionen später mehr… Wir sind zur Zeit der Siesta hier in der Provinz – nicht nur, dass wirklich kein Mensch auf der Straße ist, sondern auch kein Restaurant oder Supermarkt ist geöffnet. Hungrig fahren wir durch die Stadt und werden schließlich doch noch an der Busstation fündig: frittierte Empanadas!  Der Restaurantbesitzer ist super nett. Er ist gerade wieder nach langen Jahren in Buenos Aires in seine Geburtsstadt zurück gezogen – hatte genug von den Überfällen in der Hauptstadt. Wir haben unser eigenes Wasser dabei – sofort bietet er uns Gläser und Eiswürfel an! In Deutschland kann man froh sein, wenn man nicht direkt rausgeworfen wird mit eigenen Getränken… Nach dem Essen macht er uns noch Wasser heiß – für unseren eigenen Kaffee – er habe leider keinen im Angebot, da hier jeder Mate trinkt und sonst gar nichts! Die Szene ist grotesk. In brütender Hitze in der absoluten Pampa, grast draußen ein Pferd und ein verstaubter kleiner Fernseher läuft. Hier zu leben, sagt der dicke Mann am Nachbartisch sei die absolute Ruhe. Daher würden fast alle Ausländer hier bleiben wollen. Wir lächeln freundlich und denken uns: hier leben? Hier gibt es nichts! Wie fürchterlich! Er meint, es sei sogar gerade eine französische Familie am Campingplatz zum Angeln. So spannend ist es hier also, dass das im Dorf jeder weiß. Der argentinische Norden ist endlos weit und kann endlos gähnend sein.

Gestärkt fahren wir noch weiter bis zu einem leider sehr lauten Campingplatz in San Ignacio. Hier ist die Vegetation schon wieder deutlich tropisch-üppiger und statt endloser Ebene hügelt es auf und ab. Es gibt hier auch die am besten erhaltene Jesuitenreduktion von Argentinien, die wir am nächsten Tag besichtigen. Ab 1609 gründeten und leiteten die Jesuiten 150 Jahre lang, bis zu ihrer Ausweisung, zahlreiche dieser kleinen Städte im heutigen Nordargentinien, Südbrasilien und Paraguay. Zu Hochzeiten beschützten sie so ca. 100.000 Guarani Indianer vor brasilianischen Sklavenhändlern und spanischen Kolonialherren.  Geführt wurde jedes Dorf von zwei Jesuitenpadres, die die Indianer missionierten, bildeten und ihnen die Kunst des Ackerbaus näher brachten. Auch Musik und Kunsthandwerk spielten eine zentrale Rolle im Missionierungsprozess – letzteres kann man noch heute an den wunderschön verzierten Kirchen und den erhaltenen Kunstgegenständen sehen. Die Indianer vermischten hierbei ihre eigene Dschungelkultur mit dem von den Jesuiten mitgebrachtem Barock: der Guaraní-Barock  entstand. Außerdem ist der „clash of cultures“ schön an der Musik zu erkennen, denn die Guaraní nutzten die importierte Geige, Gitarre mit ihren eigenen Rhythmen und Intonationen, was ziemlich wild aber eindrucksvoll aus dem Kopfhörer des Museums dringt.

Ruinen der Jesuitenkirche

Ruinen der Jesuitenkirche

San Ignacio Miní Museum

San Ignacio Miní Museum

Dann geht es zum Höhepunkt Argentiniens – den Wasserfällen von Iguazú. In Puerto Iguazú finden wir einen sehr netten Zeltplatz direkt am Rio Paraná, den der Besitzer über Jahre hinweg liebevoll in den Urwald eingearbeitet hat. Leider unterstützt ihn dabei sein Rottweiler, der uns mehrfach aggressiv anfällt und auch in die Beine beißt. Daher und wegen extremer Mückenpopulation entfliehen wir dem Ort so oft es geht, doch auch die Stadt bietet außer halbwegs netten Cafés nur den Charme eines Touristendrehkreuzes. Aus lauter Verzweiflung besuchen wir eine Auffangstation für verletzte Wildtiere – einen Euphemismus dafür, dass dort Tiere – auch jahrelang – hinter Gittern für Touristenkohle gehalten werden ohne erkennbaren biologischen Mehrwert. Die Führung ist frei von Information, total gehetzt und wir sind einfach nur wieder froh, draußen zu sein. Dafür können wir einmal im Leben einen Tukanschnabel aus 1 Meter Entfernung bestaunen!

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Am nächsten Morgen ist es endlich soweit: wir setzen auf die brasilianische Seite über, da sie als die weniger eindrucksvolle gilt. Dennoch werden wir nicht enttäuscht. Das Panorama über die ca. zwei Kilometer langen Kaskaden ist atemberaubend. Es sind viele Touristen da, aber nicht nervig. Nerven tun vor allem die Quakis – eine Art Waschbär/Dachs, der angefüttert von den Touristen ständig rotzfrech um uns streicht. Bei einer Pause lassen wir eine Sekunde die verschlossene Familienpackung Chips neben uns liegen, worauf sich ein besonders mutiges Vieh wie tollwütig darauf stürzt und die Packung total zerfetzt. So richten sich die Teleobjektive der umstehenden Japaner auf uns, wie wir mit Schamesröte im Gesicht die Alutütenreste zwischen sich satt fressenden Quakis aufsammeln. Vorher hatten wir uns noch gefragt, wer denn bitte so dumm ist, diese Biester zu füttern?

Frechdachs

Frechdachs

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auch viel Fauna links des Weges

auch viel Fauna links des Weges

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Fremdie

Fremdie

die schönste Stelle der brasilianischen Seite

die eindrucksvollste Stelle der brasilianischen Seite

Lauri

Lauri

mehrere Plattformen

mehrere Plattformen

blöde Viecher

blöde Viecher

Teufelsschlund

Teufelsschlund

Den Abschluss bietet dann die wesentlich beeindruckendere argentinische Seite, wo man auf Stegen den tosenden Wassermassen deutlich näher kommt. Ein kurzer Rundweg ist zudem idyllisch durch Urwalddickicht geführt immer wieder mit spektakulären Blicken durch das dichte Grün hindurch. Außerdem könnte man hier noch raften, mit Booten direkt unter die Fälle fahren und sich klitschnass machen lassen, kayaken oder sogar mit dem Helikopter über die Fälle fliegen – wir sind aber mit den vielen schönen Wanderwegen genug bedient.  Im Wald und im Wasser sieht man viele Vögel, Schmetterlinge und sogar Affen und Schildkröten – der Nationalpark ist also nicht nur wegen der Wasserfälle ein absolutes Highlight.

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Gewalt der Gischt

Gewalt der Gischt

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haha, Kitsch

haha, Kitsch

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Obacht mim Kanu

Obacht mim Kanu

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einer der schönsten Stellen

einer der schönsten Stellen

Von Iguazú aus stehen noch ein paar kleinere Städte an, die alle nicht extrem spektakulär sind, uns aber durch fürchterlich nette Couchsurfer und authentisch-argentinisches Flair versüßt werden. Nach einer Zeltnacht am idyllischen Rio Paraná südwestlich von Posadas empfängt uns in Corrientes die Medizinstudentin und angehende Neurologin Mariana mit ihrer Familie. Mariana hat Karten für den Karnevalsumzug besorgt, der neben Gualeguyachú als spektakulärster von Argentinien gilt und auch älter ist. Im Gegensatz zu Uruguay ist alles viel mehr Spektakel und Kommerz, aber dafür auch wesentlich pompöser. Für den Umzug wurde extra ein ca. zwei Kilometer (!) langes Corsodromo außerhalb der Stadt gebaut. Hier finden sechs Wochen lang jedes Wochenende die Desfilés statt und zwar von zehn Uhr abends bis sieben Uhr morgens (!!!). Dazu muss man sagen, dass auch zahlreiche Kleinkinder (mit Windel) dabei sind, die wohl extra aufgeweckt werden, um dann von 4:00 – 6:00 Uhr ihren Auftritt hinzulegen. Was in Deutschland eine Empörung hervorrufen würde, ist hier absolut normal. Die kleinen Mädchen vor uns sind ca. vier und fünf Jahre alt und kriegen um drei Uhr morgens kurz Heulkrämpfe vor Müdigkeit – kein Grund für die Eltern nach Hause zu gehen und auch kein Problem, denn nach einer halben Stunde wird mit Schaum und Tanz weitergefeiert.


Überhaupt ist der Umzug die reinste Party. Fliegende Händler sorgen mit eiskaltem Bier für Verpflegung, oder die Leute haben selbst Cola und Fernet dabei – der argentinische Booze schlechthin. Zudem kauft jeder ca. ein Dutzend Dosen „Kunstschnee“ – einer Art Rasierschaum, den man aber bis zu drei Meter weit und sehr gezielt spritzen kann. Wir können schließlich auch nicht widerstehen, zumal die Oma hinter uns sich eine Dose gekauft hat und zu uns rüber schielt. Mit den Dingern spritzt man heimlich oder auch sehr direkt andere Leute an und kringelt sich ob dieses Schabernacks. Sonst grölt man bei den Faschingshits mit, tanzt permanent und ergötzt sich an den schillernden Kostümen und Persönlichkeiten des Umzugs. Die Mitwirkenden müssen die Kleider selbst bezahlen und sparen wohl das gesamte Jahr für neue Federn, die sie im Laufe ihres Lebens anhäufen, bis sie das perfekte Straußenkostüm zusammen haben. Mehr Fotos hier von einem Freund von Mariana.

Es sind ca. zehn Gruppen, die jede eine knappe Stunde vorbeitanzt und die dabei von einer Jury bewertet werden und der Gewinn des Jahres zählt für eine Person aus Corrientes mehr als Fußball-WM oder ein 6er im Lotto! Um fünf Uhr morgens fehlen immer noch zwei lange Züge und wir sind am Ende. So müssen wir uns den zwei kleinen Mädchen vor uns geschlagen geben, die fleißig weiter feiern und fahren zurück.

Mariana, ihre Schwester Belén und ihre liebe Mama zeigen uns am nächsten Tag die schönen Ecken von Corrientes. Besonders in der Stadt ist die Tradition zu Murales, einer Art Wandgemälde, die hier aber hergestellt werden, indem verschiedenfarbige Betonschichten übereinander gegossen werden und dann reliefartig in einer bestimmten Höhe wieder freigelegt werden. Außerdem beeindruckt die gigantische Brücke über den Rio Paraná hinüber nach Resistencia mit wunderschönem Sandstrand darunter – inklusive kostenlosem Liegestuhl- und Schirmverleih durch die Stadt!

mit Mariana und Belén

mit Mariana und Belén

mit Mariana

mit Mariana

Murales

Murales

schnupp schnupp

schnupp schnupp

he, das stört!

he, das stört!

drunken Gauchito

drunken Gauchito

Spezialität von Corrientes: Stockbrot mit Käse

Spezialität von Corrientes: Stockbrot mit Käse

mit der allerliebsten Mama

mit der allerliebsten Mama

Feder- und Karnevalsfachbedarf

Feder- und Karnevalsfachbedarf

Wir genießen die Gespräche mit unseren supernetten Gastgebern sehr, die uns noch köstliche Alfajores schenken und uns sogar helfen den Reifen zu wechseln, als ein Rad total platt ist. Wir versuchen per Kartoffelsalat und Fleischpflanzerln uns mit bayerischer Hausmannskost zu revanchieren…

Belén hat mehr Spaß

Belén hat mehr Spaß

In Santa Fé empfängt uns César – ein Jurastudent – der uns viel über die politischen Probleme in Argentinien berichtet. So gab es wohl 2012 einen mehrtägigen Generalstreik der Polizei, der in Absprache mit Mafiabossen sofort für Plünderungen und Ermordungen auf offener Straße ausgenutzt wurde, um so Tarifforderungen der Polizei zu erzwingen. Außerdem zeichnet er ein eher düsteres Bild der Verstrickungen der politischen Elite und der Wirtschaft. Wir wünschen diesem fantastischen Land so sehr, dass seine netten Menschen endlich frei von Korruption, Vetternwirtschaft und Wirtschaftsmisere die Schätze ihres unendlich großen Landes ernten können. Santa Fé ist ansonsten überschaubar mit einem kleinen kolonialen Kern um ein Franziskanerkloster – dank Karnevalsfeiertagen ist aber alles geschlossen.

Santa Fe

Santa Fe

Der letzte Stopp vor dem Flug ist dann Rosario. Die drittgrößte Stadt Argentiniens ist geschäftig, aber auf eine nette Art und Weise. Entlang des Zentrums sind die ehemaligen Hafenanlagen in eine langgestreckte Uferpromenade umgewandelt worden, die von den Argentiniern zum Mate-Trinken, Flanieren, Sport und als sozialer Treffpunkt genutzt wird. In einem ehemaligen Getreidesilo befindet sich heute das Museum für moderne Kunst. Die andere Hauptsehenswürdigkeit ist das faschistisch-pompöse Monument der Nationalflagge, das sich geradezu grob und hässlich aus der Stadt heraus erhebt. Der Blick von oben über die Insel des Binnendeltas des Rio Paraná und die Stadt ist dafür recht hübsch.

MACRO Rosario

MACRO Rosario

Uferpromenade Rosario

Uferpromenade Rosario

die Tanker fahren mitten durch die Stadt

die Tanker fahren mitten durch die Stadt

Außen hui, hinten Pfui

Außen hui, hinten Pfui

Fußgängerzone Rosario - little BA

Fußgängerzone Rosario – little BA

das Flaggenmonument

das Flaggenmonument

Uferpromenade von Rosario

Uferpromenade von Rosario

In Rosario wohnen wir bei Pablo – einem Musiker, Philosophen und Deutschlandkenner. Er hat in den 90er Jahren seinen ersten Sprachkurs Deutsch gemacht und ist seitdem die Faszination für unser Land und die Sprache nicht mehr losgeworden. Unfassbar wie gewählt und mit welch elaboriertem Wortschatz er spricht. Im Schrank stehen Kant, Nietzsche und andere Heroen der deutschen Philosophie, über die er auch an der Uni Rosario lehrt. Er war auch schon mehrfach in Berlin als Dozent und Musiklehrer. Seine zweite Passion ist nämlich die Gitarre, die er für argentinische Folklore, Tango, aber auch als Barocklaute beherrscht. Seine letzte Tournee durch Spanien, Frankreich und Deutschland fand ebenfalls erst im Januar statt. Seine Sichtweise auf Deutschland ist für uns natürlich hochinteressant. Zusammen mit seiner netten Freundin Anahi – beide haben sich im Deutschkurs kennengelernt und sie spricht daher auch sehr gut – besuchen wir ein leckeres Fischrestaurant und flanieren entlang des Ufers. Hoffentlich dürfen wir die beiden bei ihrem nächsten Besuch in Deutschland empfangen!

Und dann wird es Ernst: wir fahren die letzten Meter nach BA, geben das Auto ab und machen Quartier bei Hugo für die letzte Nacht. Unsere Boxen sind immer noch verschweißt, wir müssen nur den Rucksack packen, Benzinkocher säubern, etc. … Noch einmal genießen wir die Cafés und Geschäfte des hippen Palermo, verschnüren die Koffer und Kisten. Nebenbei fragen wir Hugo, wann wir – wie vorher online abgemacht – morgen zum Flughafen fahren. Mhm… druckst er, er habe vormittags Termine, also mmh… Aha, das wird also nichts!! Schade nur, dass er kein Wort davon vorher gesagt hat und es jetzt neun Uhr abends ist. In Panik suchen wir Nummern von Umzugsunternehmen (Flete) raus, da die normalen Taxis zu klein für die Radboxen sind. Schließlich fällt uns aber ein, dass wir einmal mit einem Großraumtaxi gefahren sind und uns exakt für diese Situation die Nummer hatten geben lassen. Wir rufen also Davis an und: kein Problem – morgens halb neun steht er vor der Tür! Super nett und blendend drauf ist er zudem.

Wir sind so früh am Airport, dass wir die letzten Peso noch bei einem köstlichen Café con leche verprassen können und schauen ein wenig wehmütig, aber auch mit großer Vorfreude auf „dahoam“ und die anstehende berufliche Orientierung auf die startenden und landenden Flieger.

Am Flughafen in Buenos Aires

Am Flughafen in Buenos Aires

In Madrid haben wir neun Stunden Aufenthalt und beschließen die Stadt zu erkunden. Unser Gepäck geht direkt weiter nach MUC – darum müssen wir uns also nicht kümmern. Es ist frostig kalt und auch noch ziemlich dunkel als wir im Zentrum ankommen, so stärken wir uns erst mal bei einem üppigen Frühstücksbuffet mit Kaffee für 4,99 €! Was ist denn hier los? All you can eat für fünf Euro – in Argentinien kostet ein Burger bei McDonald mehr…! Hatten wir Europa falsch in Erinnerung?  Danach schlendern wir durch das wunderschöne Zentrum und kuscheln uns in alle Kleidungsstücke, die wir besitzen. Für den Prado hat es leider nicht gereicht, aber müde und verfroren sind wir sowieso froh wieder zum Flughafen zu kommen.

Brrr!!! Ankunft Madrid

Brrr!!! Ankunft Madrid

In München warten wir noch auf die Koffer, sehen durch die Glastür aber schon die Familie und Susi winken! Was für ein schönes Gefühl mit einem so herzlichen und warmen Empfang anzukommen! Sogar Jochen ist aus Miesbach extra angereist, Susi aus Zürich und Felix kommt sogar das ganze Wochenende mit nach Regensburg! Mama hat eine Flaggenkette mit allen bereisten Ländern im Gepäck. Wir sind sehr froh, wieder zu Hause zu sein nach einem unfassbar schönen Jahr!

Ankunft in MUC

Ankunft in MUC

dahoam

dahoam

wie Weihnachten! So viel frische Kleidung

wie Weihnachten! So viel frische Kleidung

Es ist wohl noch zu früh für eine Bilanz, aber für uns beide steht fest: wir würden es genauso wieder machen!! Wieder per Rad? Ja! Wieder die gleichen Länder? Ja, vielleicht noch Kolumbien statt so viel Zeit in Chile und Argentinien. Wieder zu zweit? Natürlich! Wieder zwei Kulturkreise? Unbedingt, ein Jahr ein Kulturkreis könnte etwas fad werden.

Und was passiert jetzt mit dem Blog? Ja mhm… wir werden ihn wohl im nächsten halben Jahr offline nehmen. Punkt eins, weil doch einige ziemlich private Information und Fotos enthalten sind. Und Punkt zwei, weil die Fahrradfahrer auf der Suche nach Information sowieso neuere Information bevorzugen. So werden wir evtl. noch ein paar organisatorische Dinge, Ausrüstungstipps oder dergleichen posten – sollten wir dazu noch Zeit haben… dann ist aber endgültig Schluss.

Sorry für langweilige Passagen, Verspätungen oder zu viel/wenige Fotos. An alle Freunde, Leser, Interessierten und Mitradler vielen Dank für Euer Interesse, Kommentare und die virtuelle Begleitung!

Mehr Bilder aus Nordargentinien

Zur endgültigen Karte von Südamerika

Mehr Fotos hier vom Karneval in Corrientes

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