Auf nach La Paz!

Am Morgen wird unsere Motivation nicht nur durch den 11 km langen Anstieg, sondern auch gleich durch einen Regenschauer auf eine harte Probe gestellt. Wir bestehen und nach zwei Stunden ist es dann auch wieder trocken. Die Landschaft ist äußerst schön – es geht auf einer Art Höhenweg auf einer Landzunge entlang und noch immer haben wir uns am See und seinen Farbnuancen von Königsblau bis Türkis nicht satt gesehen. Auch der Verkehr ist sehr ruhig und angenehm.

Aufstieg hinter Copacabana

Aufstieg hinter Copacabana

Toto mit Segnungshut

Toto mit Segnungshut

storm coming...

storm coming…

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Dr. Fahrrad

Dr. Fahrrad

Die Bootsüberfahrt in Tiquina allerdings lässt unser Herz doch etwas höher schlagen. Die Boote sind nicht mehr als eine schwimmende Holzplattform mit einem winzigen 50 PS Außenborder. Zusammen auf dem Boot mit einem riesigen (!!!) Reisebus setzen wir über. Der Reisebus schwingt mit so einer Amplitude hin und her, dass wir sicher sind, dass er auf kurz oder lang auf uns kippen wird und das Boot sinkt. Der einzige Trost: Auf der rund 80 Meter breiten Enge verkehren so viele Boote, dass man in Seenot einfach aufs Nachbarboot hüpfen kann. Dank des winzigen Motors brauchen wir sagenhafte 40 Minuten bis wir erleichtert das gegenüberliegende Ufer erreichen.

Weiter radeln wir an See, Schilf und Buchten entlang durch den etwas heruntergekommenen Ferienort der La Pazer Huatajata und essen zum ersten Mal den nur hier einheimischen Kingfish (Pejerrey). Sehr köstlich! Vom starken Rückenwind werden wir bis nach Batallas geblasen. Der Wind ist immens und so radeln wir entspannt fast 40km/h auf 3850 Metern Höhe und können dabei noch schwatzen. In der örtlichen katholischen Uni – hier kann man sogar Tiermedizin studieren – fragen wir nach, ob wir auf ihrem Gelände zelten dürfen. Dort lernen wir den ortsansässigen Pfarrer kennen, der uns einlädt in seiner Kirche zu übernachten.

In der Nacht schüttet es wie mittlerweile schon gewohnt. Am Morgen sind wir erleichtert nichts mehr vom Regen zu hören, doch als Toto dann die Tür öffnet, um nachzuschauen sehe ich seinem entsetzten Gesicht an, dass etwas nicht stimmt. Ich springe auf und sehe: 5 cm Neuschnee und Schneetreiben, oh man! Wir legen uns nochmal hin und warten bis der Spuk nach einer Stunde vorbei ist und der Schnee wieder schmilzt.

Morgen in Batallas

Morgen in Batallas

Mama Mama!!! es hat Schnee - dürfen wir ein Schneelama bauen?

Mama Mama!!! es hat Schnee – dürfen wir ein Schneelama bauen?

Schnee vor La Paz in Batallas am Morgen

Schnee vor La Paz in Batallas am Morgen

Die Straße ist frei, nur auf den umliegenden Feldern und Hügeln liegt noch Schnee, was sie wie Gletscher aussehen lässt. Der Verkehr ist heute deutlich dichter. 20km vor La Paz fängt die 2,5 Millionen Metropole El Alto an – ein nach Autoabgasen und Exkrementen stinkender Moloch, mit der schlechtesten Hauptstraße, die ich jemals gesehen habe. Riesige Schlaglöcher, immer wieder riesige Pfützen, die eher wie Seen anmuten. Flüsse, die die Straße passieren, an der Seite Berge von Matsch und Sch*ße. Dann fängt es auch noch an zu schütten. Wir bereuen es sehr, kein Colectivo in die Stadt genommen zu haben! So geht es bis zum Stadtrand von La Paz, welches unten in einem Kessel liegt, umgeben von Gletschern. Den schönen Blick können wir dank Regen und Nebel nur erahnen. Auf der Stadtautobahn sausen wir frierend in das Tal. Auch hier fürchterlicher Asphalt. Zum Glück finden wir unten schnell die Casa de Ciclistas von Christian, wo wir von den anderen Radfahrern Alberto und Lucy aus Spanien und Amerika sehr nett empfangen werden und uns wieder aufwärmen können.

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