Mindo – Cloudforest ohne Wolken

Nach acht erlebnisreichen Galapagostagen bleiben nur noch vier Tage bis Mona auch schon wieder den Rückflug antreten muss. Um möglichst viel von Ecuador in diese Zeit sehen zu können, entscheiden wir uns ihr einen Tag Quito zu zeigen und danach in den Nebelwald nach Mindo zu fahren. Als Alternative zum Amazonas Regenwald, der wegen der langen Anreise leider nicht mehr in den Zeitplan gepasst hat. Allzu viel versprochen haben wir uns nicht von dieser 2. Wahl, doch wir wurden positiv überrascht. Im Bus lernen wir einen Schweizer kennen, der uns ein Hostel empfiehlt, in dem er schon seit einer Woche mit seiner Frau wohnt. Übereifrig ruft er gleich die Besitzerin an, dass sie uns doch von der Haltestelle abholen soll. Eigentlich ist uns das ein bisschen zu viel Bevormundung, doch tatsächlich gefällt uns das Hostel Rubby,  ein gemütliches Holzhaus wunderschön gelegen am Stadtrand von Mindo mit tollem Blick über Felder und Berge. So lassen wir uns dann überzeugen dort eine Nacht zu bleiben. Zu unserer eigenen Überraschung willigen wir dann auch noch in eine Vogelbeobachtungstour am nächsten Morgen um sechs Uhr ein. Fünf Stunden Vögel beobachten?? Das kann ja nur langweilig werden, denken wir, andererseits haben wir es noch nie mit einem Guide ausprobiert, also warum nicht… Nach unserer Ankunft machen wir uns dann gleich auf zu einer Schmetterlingsfarm. In einem großen Schmetterlingshaus kann man die Entwicklung des Schmetterlings von der verpuppten Raupe über den Schlupfvorgang zum fertigen Schmetterling beobachten. Viele farbenfrohe Exemplare flattern um unsere Köpfe.

im Schmetterlingsgarten

im Schmetterlingsgarten

 

Weiter geht es dann zur schwindelerregend hohen Korbseilbahn, die uns über den „Nebelwald“ zum Anfang eines Wanderwegs führt. Zahlreiche Wasserfälle sind hier die Attraktion. Der Nebel lässt heute auf sich warten, so genießen wir die schöne Wanderung bei bester Sicht und Sonne. Erschöpft erreichen wir gegen 18 Uhr wieder das Dorf, essen in einem fränkischen Restaurant eine Brotzeitplatte und  bereuen es sehr, dass wir am nächsten Tag um 5.30 beim Früstück erwartet werden.

ohoh ist das klapprig

ohoh ist das klapprig

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Blattschneiderlaura

Blattschneiderlaura

Schläfrig tapsen wir um sechs Uhr unserer Hotelbesitzerin hinterher, um unseren Guide an der Abzweigung zum Wald zu treffen. Wie? Wir müssen auch noch 5 Stunden laufen??? Wir hatten was von Vogelbeobachtungshaus im Wald gelesen und uns auf gemütliche Stunden unter einer warmen Wolldecke gefreut. Oh man… es ist kalt, ich bin müde, ich will sofort zurück ins Bett! Zum Glück weicht der Unmut schnell der Faszination. Wie macht er das? Guide Dani zeigt irgendwo in die Ferne zückt sein Fernglas, sagt Aha!, stellt das Swarowski Teleskop für uns ratlos umherschauende ein und schon schaut uns dieser Kollege vom weit entfernten Baum entgegen.

2kan

2kan

Ein Tukan! Insgesant gibt es 4 verschiedene Arten in Mindo. 3 sehen wir. Sonstige Sichtungen: Viele Spatzen (Danke hierfür an Toto, der 90% aller entdeckt und Dani, um ihn nicht zu enttäuschen Mona und mich dazu nötigt hat, auch noch den 1000. Spatzen, manchmal war auch eine Amsel dabei, durchs Teleskop anzuschauen – Ah, ein Spatz, prima!), Kolibris, Specht, Falke und noch einige mehr, deren deutscher Name uns unklar bleiben. Es ist echt faszinierend, fast wie Zauberei. Während wir blind in der Gegend rumwandern, entdeckt Dani ständig irgendwo auf einem Zweig einen Vogel, sei er noch so winzig oder weit entfernt. Mehrfach haben wir den Eindruck, dass es sich um ein Plastikexemplar handelt, den er extra für uns hingesetzte hat – „Den kann man doch gar nicht entdecken!“ – doch dann dreht der Vogel plötzlich den Kopf – „Ok, überzeugt!“. Um noch professioneller zu wirken, kann Dani auch noch zahlreiche Vogelstimmen nachahmen und versucht so die verscheidenen Arten anzulocken. Stimmen, die er nicht nachahmen kann, spielt er auf seinem Blackberry ab. Ob das wirklich funktioniert, wissen wir nicht, wir sind jedenfalls beeindruckt. So haben wir einen hoch interessanten, gar nicht langweiligen Vormittag.

Kolibrinest

Kolibrinest

2014-07-17 10.06.49

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beim bird-watching

beim bird-watching

Am Nachmittag dann Kontrastprogramm: Auf schwindelerregenden Höhen sausen wir an Ziplines über die Baumwipfel des Waldes. Bei der ersten Zipline zittere ich noch sehr, Mona und Toto sind nicht so leicht zu beeindrucken. Mona lässt sich erst aus der Reserve locken, als sie mit einem Guide kopfüber fahren darf. Toto versucht sich an Filmaufnahmen in der Höhe, bei der letzten, höchsten und schnellsten, bei der man mit Hilfe eines Handschuhs bremsen muss, um nicht unten in den Baum zu knallen, verlässt ihn dann aber doch der Mut („Hinterher hört man auf dem Video, dass ich schreie wie ein Mädchen!“). Die offizielle Version lautet, er hatte Angst das Handy fallen zu lassen… Ein lustiger Nachmittag!

Cotopaxi-Besteigung? Nein - Ziplining!

Cotopaxi-Besteigung? Nein – Ziplining!

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Wir beeilen uns, um noch den letzten Bus nach Quito zu erwischen, denn schon am nächsten Morgen ist Monas Rückflug. Auf dem Weg zur Haltestelle werden wir von einer netten ecuadorianischen Familie mitgenommen, die uns dann sogar anbieten, uns später mit nach Quito zu nehmen. Da wir aber schon die Bustickets gekauft haben und in ihrem Auto auch ein Platz zu wenig für uns alle ist, sodass der Sohn auf dem Schoß der Mutter sitzen muss, lehnen wir ab. Trotzdem sind wir sehr beeindruckt von der Nettigkeit und Gastfreundschaft, die wir hier so oft in Ecuador erleben. Im Bus sehen wir plötzlich das Äquatormonument am Fenster vorbeiziehen, sodass wir jetzt doch noch sagen können, wir waren am Äquator! Auch der Cotopaxi zeigt sich extra zum Abschied von Mona nochmal von seiner schönsten sonnenbestrahlten, schneebedeckten Seite. Abends dann noch ein lustiges Erlebnis in Quito. Als wir das Hostel betreten, in dem wir schon zwei Tage zuvor zwei Nächte geschlafen hatten, schaut uns die Besitzerin an, als würde sie einen Geist sehen. Fröhlich fragt Toto sie, ob sie ein Zimmer für uns hat. Entgeistert starrt sie uns an, fragt uns: Habt ihr überhaupt die 2. Nacht bezahlt? Und wir haben erst heute gemerkt, dass ihr ausgechecked habt! Wir erklären ihr, dass wir die Nacht bei ihr gezahlt haben und sie gleichzeitig um ein Vorhängeschloss gebeten haben. Beim Nachtdienst haben wir dann am nächsten Morgen ausgechecked, der uns auch die Kaution für das Vorhängeschloss zurück gegeben hat. Nach einigem Nachdenken, lässt sie sich dann überzeugen uns nochmal ein Zimmer zu geben. Gerne hätten wir in ihren Kopf geschaut, um zu sehen was sie gedacht hat, als sie uns wieder heiter in ihr Hotel hat stapfen sehen, nachdem sie sich offensichtlich den ganzen Tag über uns aufgeregt hat. Schlechte Kommunikation und schlechte Buchführung. Monas Abschied feiern wir dann noch mit einem Cocktail und setzen sie nach einer kurzen Nacht um 4 Uhr morgens ins Taxi. Schön war‘s, wenn auch viel zu kurz!

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