Von Tam Son nach Yen Minh

Neuer Tag, neues Glück! Die praktische Internetseite „Bike Route Toaster“ hat für uns errechnet, dass wir gestern 1600 Höhenmeter gemeistert haben – das ist Rekord bis jetzt! Heute sollen es nur 1000 sein. Machbar, hoffen wir, auch wenn wir noch sehr erschöpft sind von gestern. Statt um 10, brechen wir wie gewohnt wieder um 6 auf und wissen so, dass wir viel Zeit haben und uns nicht auspowern müssen.

Vorsicht..

Vorsicht..

Der Morgen beginnt mit einer steilen Abfahrt von 900 auf 300 m. Dann geht es ca. 20 km entspannt an einem Fluss entlang. Die Landschaft – man muss es wohl nicht mehr erwähnen- ist wie schon gestern atemberaubend. Langsam beginnt dann der Anstieg, unterbrochen durch zwei Plateaus. Die Straße windet sich die Berge hinauf und bietet atemberaubende Blicke in die Täler. Reisterassen, Maisfelder, kleine Dörfer – wir können uns nicht satt sehen. So nah wie heute waren wir noch nie an China, an einer Stelle sind es nur noch 2 km.

Der erste Teil des Tages geht bequem am Flussbett entland

Der erste Teil des Tages geht bequem am Flussbett entland

Da ist der Chinese nur noch einen Steinwurf entfernt

Da ist der Chinese nur noch einen Steinwurf entfernt

Plötzlich hält ein schwarzer Jeep vor Toto an, zwei Männer springen raus und ich höre von unten wie sie was mit Passport und Document sagen. Ich denke, oh nein, wollen sie unsere Passiererlaubnis sehen?? Auch Toto erschrickt sehr, als ich bei ihm ankomme, sagt er gerade: Könnte ich bitte Ihren Polizeiausweis sehen? Doch der Mann lässt sich nicht beirren und sagt: Show Document, Show Document! Die Stimmung ist angespannt. Ich sag: Ruf den Motorradmenschen aus Ha Giang, der gesagt hat wir brauchen den Wisch erst in Dong Van. Toto sagt: Jetzt wart mal ab und zieht unsere Pässe aus unserer Lenkertasche. Als er einen der Pässe öffnet fallen plötzlich 3 chinesische oder vietnamesische Ausweise aus dem Pass. Uns bleibt das Herz stehen. Wir sehen uns schon hinter Gittern sitzen wegen Schmuggel von chinesischen Pässen. Hat uns jemand diese Ausweise untergejubelt? Ist das alles ein abgekartertes Spiel? Doch der Mann nimmt die Ausweise, bedankt sich, lacht und steigt wieder in sein Auto ein. Langsam dämmert uns was passiert sein muss. Toto erzählt, der Mann hat irgendwas mit Hotel gesagt. Offensichtlich haben die Hotelbesitzer die fremden Ausweise über Nacht in unserem Reisepass gelagert und als wir morgens früh als erste ausgechecked haben uns ausversehen alle Pässe der anderen Gäste mitgeben. Das war bestimmt eine große Aufregung. Die können froh sein, dass sie uns in der richtigen Richtung vermutet haben.

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weit oben

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Aber es kommt noch besser. Als wir am Gipfel stehen kommt plötzlich noch ein Mann an und erzählt uns die gleiche Geschichte!! Als Toto ihm sagt, dass er die Pässe bereits abgeben hat an einen schwarzen Jeep, wird er sehr blass und fragt: All of them??? Offensichtlich war ein Pass davon seiner, warum der schwarze Jeep alle genommen hat, weiß auch niemand, es hätte ihm doch auffallen müssen, dass es einer zu viel ist? Absurd!

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Naja, ob wegen der ganzen Aufregung, wegen 600 Höhenmeter weniger oder wegen der frühen Abfahrt ist der Gipfel sehr schnell da und wir rollen entspannt um 11 Uhr in Yen Minh ein. Wir waschen Wäsche und entspannen den Nachmittag über, denn morgen soll der härteste Tag kommen, heißt es. Wieder 1600 Höhenmeter und kilometerlang sehr steil! Bring it on!

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