Si Phan Don – Islandhopping

Laos hat als einziges Land unserer Reise kein Meer und trotzdem sind wir in den letzten Tagen von Insel zu Insel gehüpft. Im Süden des Landes fächert sich der Mekong in einem Binnendelta in viertausend Inseln (laotisch Si Phan Don) auf, die je nach Pegelstand aus dem Mekong ragen. Die Inseln sind großteils bewohnt und die Laoten hier leben vom Fischfang, Bootsbau, Reisanbau und Wasserbüffelzucht im Inselinneren. Zum Teil erreichen die Inseln mit bis zu 30km Länge beachtliche Ausmaße.

unsere wasserscheuen Drahtesel auf dem Weg zur ersten Insel

unsere wasserscheuen Drahtesel auf dem Weg zur ersten Insel

Von Insel zu Insel gelangt man mit Fähren – meist sind zwei oder drei Kähne mit Holzlatten zusammengenagelt. So werden bis zu 40 Personen plus Roller und Räder, sowie Tiere und Waren über die Mekongarme verfrachtet.

Schulkinder auf dem Weg nach Don Khong

Schulkinder auf dem Weg nach Don Khong

Auf Don Khong – unserer ersten Insel – befindet sich das Zentrum der etwas gesetzteren Touristen. Einige Nobelhotels und schöne Gasthäuser stehen im beschaulichen Muang Khong neben Fischerhütten und Schulen der Einheimischen. Morgens rudern die Schüler von den Nachbarinseln teils Kilometer zur weiterführenden Schule hierher. Abends ziehen die Mekongkähne ihre Kreise und werfen immer wieder Netze ins Abendlicht.

Terasse des Kong View Guest house

Terasse des Kong View Guest house

Der einzige Moment an dem es hier etwas stressig wird, ist die Mittagspause der Schule, bei deren Gong sich hunderte Scooter und Räder aus der Schule nach Hause drängen.

Ab nach Hause!

Ab nach Hause!

Danach ging es für uns weiter über Don Som. Diese Insel war ein wahres Juwel, da sie komplett untouristisch ist. Sie erstreckt sich über 15 km wie eine Nadel von Nord nach Süd und ist im Landesinneren nur durch einen kleinen Sandweg verbunden. Der meiste Verkehr und Warentransport läuft über Wasser. Die traditionellen Stelzenhäuser aus Holz stehen zwischen Reisfeldern, Palmen und kleinen Wäldern, durch die Wasserbüffel trotten. In den Vorgärten liegen alte Kähne, die als Gemüse- und Kräuterbeete genutzt werden. Dazwischen laufen Hühner, Schweine, Kinder und Hunde kreuz und quer.

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Auf der Insel gibt es mehrere Bootswerften wo neue Kähne zusammengenagelt werden, ein Sägewerk, sowie eine Ziegelfabrik. Die Kinder und auch die Erwachsenen hier grüßen uns frenetisch, winken und freuen sich über die Abwechslung.

Don Som Paradise

Don Som Paradise

Wir kommen an einem kleinen Strand vorbei und vertreiben eine Gruppe Wasserbüffel, um selbst ein Bad im Mekong zu nehmen. Bei 40°C und unerbittlicher Sonne ein extremer Genuss. Zurück auf dem Weg überholt uns der örtliche Supermarkt – ein über und über bepacktes Moped mit Haushaltswaren und Kleidung, das von Haus zu Haus tuckert.

Laura passiert den Supermarkt auf Don Som

Laura passiert den Supermarkt auf Don Som

Nur sehr wenige dieser Inseln sind touristisch erschlossen. Eine Backpackerkommune hat sich seit einigen Jahren in Don Det und Don Khon niedergelassen. Hier findet man daher hunderte Bierschwemmen, Cafés, Kayaking, Tubing und überall auch zum Bestellen in der Karte mit „happy“ gekennzeichnetes Marihuana.Hier tummeln sich wieder die Dämonen der weißen Hölle, aber im Süden der Insel lichtet sich der touristische Rummel und auch hier gibt es sehr authentische und schöne Wege durch alte Siedlungen.

Don Som Cycling Heaven

Don Som Cycling Heaven

Don Khon ist berühmt für die hier einzigartigen Mekongdelphine – eine Population von nur noch 60-80 Exemplaren – die hier lebt und in den letzten Jahrzehnten durch Dynamitfischen und Netzeinsatz stark leiden musste, inzwischen aber wenigstens unter Schutz gestellt wurde. Man fährt in kleinen Booten zu den tieferen Mekongstellen, an denen sich die Delphine tummeln und sieht sie alle drei Minuten zum Atmen an die Oberfläche kommen.

Ohh ... Ah ... !

Ohh … Ah … !

Außerdem stürzen an der Grenze zwischen Laos und Kambodscha die Mekongfälle nach unten. Es handelt sich um eine Stufe von ca. 21m im Verlauf des Mekong, den das gesamte Flussvolumen hinunterstürzt. Sie gelten als breiteste Wasserfälle Asiens mit einer Breite von 10km, allerdings ist das wohl etwas geschummelt, denn es sind einige teils große Inseln zwischen den Kanälen der Wasserfälle.

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Zu den größten zählen die Li Phi Falls, an denen man entlang wandern kann und immer wieder neue Blickwinkel auf die gewaltigen Wassermassen und die dazwischen liegenden Felsformationen hat.

Li Phi Falls

Li Phi Falls

Auch die Khone Phapeng (großes Getöse) Fälle sind einfach nur beeindruckend. Oberhalb ist der Mekong ruhig wie eh und je, um plötzlich an Geschwindigkeit zu gewinnen und über eine Stufe in mehreren Wasserrutschen zu fallen. Man kann bis knapp unterhalb hinabsteigen wo das Getöse beeindruckend und der Wassernebel spürbar ist.

Khone Phapheng Falls

Khone Phapheng Falls

Die Franzosen kamen Ende des 19. Jahrhunderts sogar auf die Idee, diese Stufe durch eine Eisenbahnlinie über die Inseln zu überbrücken. So sieht man heute noch die gigantische Anlandungsbrücke für die unterschiedlichsten Pegelstände und die verrosteten Loks, die in ca. 8km den Höhenunterschied überbrückten. Sogar ganze Kriegsschiffe wurden auf die Loks verladen. Einem verrückten Norweger soll es sogar geglückt sein, die Wasserfälle per Boot zu bezwingen.

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Insgesamt sind die viertausend Inseln eines der absoluten Highlights bisher gewesen und das Radfahren von Insel zu Insel fantastisch!

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