Wat Phou Champasak

In der unendlichen Mekongebene am Fuße des Kaeng Tana Nationalparks stoßen wir auf das erste Weltkulturerbe unserer Reise. Das Wat Phou Champasak. Von den alten Khmer-Königen ab dem 5. Jahrhundert n. Chr. begonnen und maßgeblich im 11. & 12. Jahrhundert n. Chr. errichtet, thront dieser imposante Tempelkomplex majestätisch über dem Mekong. Als Regensburger erinnert man sich bei der am Berg gelegenen Tempelanlage mit Stufen davor und Blick über die Flussebene natürlich gleich an die Walhalla.

Tempelanlage

Tempelanlage

Champasak war einst Hauptstadt der mächtigen Khmerkönige, deren Reich sich weit in alle Himmelsrichtungen erstreckte. Die alte zivile Stadt ist völlig verschwunden, allerdings blieb ein altes Heiligtum erhalten, das ursprünglich der hinduistischen Gottheit Shiva errichtet wurde. Erst viel später wurde es im Zuge des Buddhismus integriert – weiterhin wird aber auch Shiva verehrt. Vor zwei Wochen war wohl das alljährliche Tempelfest, das wir knapp verpasst haben und zu dem Tausende Laoten, Thais und Vietnamesen anreisen, um Rauchopfer darzubringen, Wasser zu schöpfen und zu beten.

Laote beim Abzapfen

Laote beim Abzapfen

Etwa 4 km vom Mekong entfernt stößt man zuerst auf einen künstlichen See, von dem eine mit Phallussymbolen (Linga = Symbol Shivas) eingefaßte Allee zum Heiligsten führt. In der Hitze sind die erhabenen und zum Teil sehr großen Treppenstufen hinauf zur Höhle, wo heiliges Wasser aus dem Berg austritt kaum zu bewältigen. Die Laoten schützen sich mit Sonnenschirmen und nehmen den Service des Elektroautos bis zum Treppenansatz in Anspruch. Erfreulicherweise werden in gesunder Mischung von Frömmigkeit und Genuß oben Rauch- und Blumenopfer, sowie kalte Getränke und Snacks angeboten.

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Der Blick über die dunstige Mekongebene  und den Fluss selbst, den man am Horizont als hellbraunes Band erkennt, ist überwältigend. Ebenso die Kulisse der überwucherten Tempelanlage, die gut und gerne ebenso wie Angkor als Kulisse für Tomb Raider oder Indiana Jones dienen hätte können.

forest takes over

forest takes over

Die meisten Touristen sind Voll-Laoten und nur einige wenige Falangs, die meisten davon frankophon, über 50 und einer Mekong-Kreuzfahrt entstiegen. Die meist jungen Laoten nutzen den Besuch für das nächste Facebookphoto und um Beistand von oben für das persönliche Wohlergehen zu erbitten.

Andenkenfoto mit Falang

Andenkenfoto mit Falang

Ein kleines Museum liegt am Eingang, das erstaunlich gute Infotafeln und sehenswerte Exponate bietet. Die „Lintels“  (Türstürze) mit Gottheiten und dem Gottesdiener Kala, der sich selbst verspeisen musste und deshalb nur Gesicht mit Oberkiefer übrig blieb, sind besonders sehenswert.

verzierter Lintel

verzierter Lintel

Das Zusammenkommen der Religionen und Kulturen im Schmelztiegel Asiens durch den Handel mit China, der arabischen Welt und auch Europa wird hier begreifbar und die Kompatibilität der Religionen, die einfach vermischt werden, ist bewundernswert.

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