Ruhetag am Mekong

Nach den „Strapazen“ der letzten Tage haben wir uns entschieden im beschaulichen Örtchen Chiang Khan einen Ruhetag einzulegen. Die Fahrt im dünn besiedelten ruralen Teil Thailands hat doch an Physis und Psyche genagt. Außerdem ist es an der Zeit, mal die Salzkrusten aus der notdürftig in die Waschbecken getauchten Radkleidung mittels Waschmaschineneinsatz zu entfernen.

Puuh!

Puuh!

Der Ort erzählt eine interessante Geschichte über den Boom des Tourismus in Thailand und über die Entwicklung des ländlichen Nordosten Thailands – genannt Isaan. Der Tag beginnt mit der Suche nach essbarem Frühstück. Einiges auf dem Markt kommt dafür definitiv nicht in Frage:

borstiger Snack gefällig?

borstiger Snack gefällig?

Also bleibt das köstliche frische Obst und eine Art Krapfengebäck.

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Das Städtchen war um die Jahrhundertwende Magnet für europäische Kolonialisten, die das am Nachbarufer gelegene Laos bereisten und hier auch Halt machten. Thailand selbst (Thai = frei) war freilich nie unter kolonialer Verwaltung. Einige ließen sich wohl nieder oder hatten eine zweite Bleibe, da es sehr viele sehr hübsche Holzhäuser kolonialer Bauart mit großzügigen Balkonen und Terassen zum Mekongstrom gibt.

kolonialer Flair

kolonialer Flair

Als die Kolonialherren ausgestorben waren, schlief der Ort ein und blieb über Jahrzehnte nur von einigen Fischern bewohnt, sowie ab und zu einem Pendler über die Bootsgrenze nach Laos.

Fischer kommt nach Hause

Fischer kommt nach Hause

Zum Millenium wurde die thailändische Touri-Industrie für Einheimische auf den Ort wegen seiner schönen Mekonglage, der Möglichkeit von Bootstouren, etc. aufmerksam und beschloss hier einen Ausflugsort zu etablieren. So wurde aus nahezu jedem Haus im Zentrum ein guest house, Café oder Andenkenladen und die Preise schossen in die Höhe. Vergleicht man die Übernachtungspreise von Mitte der 90er Jahre, so haben sich diese in dem einzigen Hotel, dass es damals schon gab verZWANZIGfacht.

Heute ist der Ort hipp: Busweise werden Thais aus dem ganzen Land (Bus ab Bangkok 9 Euro) hier für ein Wochenende hingefahren. Es gibt massenweise Unterkünfte – viele davon wirklich modern designt und ansehnlich, andere klassisch-kolonial. Viele Läden haben einen Öko-Anstrich – Fahrradausleihe und Straßencafés, die in San Francisco stehen könnten mischen sich mit den alten Klosteranlagen (um 600 n. Chr.) und den wenigen verbliebenen Fischerwellblechhütten.

Hauptstraße in Chiang Khan

Hauptstraße in Chiang Khan

Die lokalen Touris trinken schon zum Frühstück Bier – man fühlt sich etwas wie in Mallorca. Die Hauptattraktion ist der Abend auf der Hauptstraße, wo man nach der Mittagshitze von aus dem Boden schießenden Ständen unterschiedliche Snacks und Getränke kosten kann und natürlich viele Fotos und Souvenirs erwirbt.

Ab morgen geht es weiter den Mekong abwärts mit einem entspannt klingenden Tag von 40km. Wir sind gespannt wie die Piste ist und was die nächsten Städte, die deutlich authentischer seien sollen, bieten werden.

Wie immer findet ihr hier unsere:

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