Den ersten beißen die Hunde (fast)

Das erste was man hört ist das Scharren von vier Pfoten, die auf leicht sandigem Asphalt so schnell es geht beschleunigen. Dann schießt meist von links (Linksverkehr) ein oder mehrere Hunde auf die Straße OHNE zu bellen und rasen in tangentialer Flugbahn auf einen zu. Schaut man sich panisch um, blickt man in ein lechzendes Maul und entschlossen aufgerissene Augen.

Das Problem der streunenden, aber auch aggressiven Haushunde hatten wir nicht wirklich auf dem Schirm. Als im Khao Kho morgens um neun allerdings der erste muskulöse Kampfhund die Verfolgung aufnahm, drang es in aller Deutlichkeit zu Tage. Die Hunde nehmen meist bei Fahrtgeschwindigkeitab 25 km/h Witterung auf und betrachten einen als Freiwild. Das Problem dabei: sie können ca. eine Minute bis 35 km/h laufen, das heißt, sie kommen SEHR nahe an die wie panisch tretenden Unterschenkelschinken.

Das panische Treten war initial unsere einzige Verteidigungsstrategie.  Inzwischen haben wir unser Cockpit mit einem Dog Defense System 1.0 ausgerüstet. Auf den Stock reagieren die meisten Hunde und erstarren im Galopp, da sie anscheinend Schläge gewohnt sind. Allerdings setzen sie nach kurzer Pause die Verfolgung fort, aber das Moment der Verzögerung reicht oft aus, um die entscheidenden Meter zu machen. Allerdings braucht es für den ein oder anderen sehr harten Hund tatsächlich Schlagbewegungen gegen Rad, in seine Richtung oder unflätige Beschimpfungen, was bei den nebenstehenden Thais zu Gelächter führt, da diese das Verlieren der Contenance als fürchterlich empfinden.

Dog Defense System 1.0

Dog Defense System 1.0

In den letzten Tagen hatten wir teilweise bis zu 15 Hundeattacken pro Tag, am schlimmsten war die Abfahrt aus dem Nationalpark, wo marodierende Banden von Streunern uns verfolgten. Als Kampfansage rasten wir dann mit 60km/h und zwei gezückten Stöcken wie die Sarazenen die 25km Abfahrt herunter. Insgesamt fühlt man sich leider sehr wie in der Anfangsszene von „Tanz der Vampire“.

Als Abwehr hatten wir auch gedacht an: Softair, Fußball-Schoner, Macheten, Abwurf von Welpen, Schlangen oder ähnlichem, Tränengas, …  Naja, wir hoffen, das Problem löst sich mit der Zeit insofern uns die Hunde nicht mehr so erschrecken.

Laura hat zugeschlagen

Laura hat zugeschlagen

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2 Gedanken zu “Den ersten beißen die Hunde (fast)

  1. Hey ihr zwei,
    cooler Blog, sehr amüsant zu lesen!
    Speziell die Fotokommentare sind teils herrlich!
    Dass mit den Hunden ist hingegen weniger schön…
    Was vielleicht noch helfen kann, wenn euch einer zu nahe ans Rad kommt:
    Eine Flasche Wasser zum Anspritzen.
    Das wirkt manchmal Wunder, noch besser natürlich wenn ihr etwas stechend riechendes untermischen könnt (Ammoniak oder so).
    Aber hoffentlich ist das nicht mehr oft nötig…
    Viel Spaß weiterhin und gute Fahrt!!!

  2. Ich bedaure Euch zutiefst und drücke Euch heftigst die Daumen, daß Eure Wadeln und Ihr wieder ganz heil hier ankommt!!

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