Four nights in Bangkok

Die ersten Tage in Bangkok waren ein Auftakt nach Maß für die Reise. Die Fahrräder sind super angekommen ohne Schramme oder Beschädigungen. Und sogar ein Taxi, das groß genug war, um die zwei Riesenkartons und uns (auf einem Sitz) nach Bangkok zu bringen. Der Flughafen liegt sehr weit außerhalb und so wird einem bewusst, in was für einem Moloch man sich bewegt: Hochhäuser mit strahlenden Skybars fügen sich zu einer makellosen Skyline, die konterkariert wird von eingestreuten Slums niedersten Standars in Bergen von Müll  – die Unterschiede in Lebensweisen können größer nicht sein.

Ankunft am Flughafen

Ankunft am Flughafen

 

Die Stadt wird in den touristischen Vierteln durchzogen vom Chao Phraya, einer nimmermüden Lebensader, die befahren wird von Erdtonnentragenden Monster-Kähnen genauso wie von kleinen high-speed „Klongbooten“ mit nettem Blumenschmuck, mit denen man durch das Gewirr von kleinen Kanälen rasen kann. Bangkok hieß wohl früher deswegen auch Venedig Asiens. Durch die Straßen rast man in Tuktuks (Moto-Rikschas), Moped oder Auto, als Fußgänger ist man schwächstes Glied und wir im Zweifel überrollt. Auf der Fahrt zum Bahnhof mit dem Rad allerdings um 6 Uhr morgens war es aber erträglich und außerhalb Bangkoks soll es deutlich besser sein.

P1100882

Lässt man sich durch die Stadt treiben, landet man früher oder später in den beeindruckenden Tempelanlagen, die trotz kitschiger Elemente doch Frieden und Würde ausstrahlen. Bei unserem Aufenthalt ist gerade Chinese New Year, das am 31.Januar gefeiert wurde mit Lampionschmuck, bizarren buddhistischen Ritualen und Lampions, nicht nur in Chinatown  – sehr viele Thais sind China-stämmig. Trotz Nationalmuseum und unzähligen Erklärungen fällt das Verstehen der Kultur dem Fremden naturgemäß nicht ganz leicht.

Neujahrsritual

Neujahrsritual

Das absolute Highlight sind die Marktpassagen und –gassen in denen sich das sprudelnde Leben Thailands mit aller Macht präsentiert. Früchte, deren Namen man auch nach dreimaligem Hören nicht wiederholen kann, Tiere, an deren Existenz man nicht so recht glauben mag, filigraner Blumenschmuck und Gerüche, die einem auf nüchternen Magen oft schwer aufs Gemüt schlagen. Dazu die fleißigsten Markthändler, die schon in aller Früh ihren Karren liebevoll aufbauen und den ganzen Tag in drückender Hitze ausharren – am besten auch noch neben dem eigenen Kohlefeuer.P1100967

 

Am 31. haben wir am Flussufer gefrühstückt und waren noch bei einer teils schmerzhaften, aber entspannenden Thaimassage in einer an den Wat Pho angeschlossenen altehrwürdigen Massageschule. Abends haben wir Lauras Freunde besucht, die uns spannende Einblicke in die aktuelle politische Lage schilderten. So ist die aktuell bürgerlich-liberale Protestbewegung gespalten in Zur-Wahl-Geher und Total-Opponierer, die mit einem Boykott der Wahl (in Thailand obligatorisch) viele Bürgerrechte verlieren, u.a. wieder zu wählen oder selbst zu kandidieren. Es werde wohl laut Ihrer Einschätzung um eine undemokratische Übergangsphase kein Weg herumführen und diese wohl oder übel gewaltvoll durchgesetzt werden, da seit Mitte Dezember die Regierung und alle Ämter de facto stillstehen. Ministerien sind besetzt, wichtige Handelsrouten blockiert, die Fronten verhärtet insbesondere zwischen Nord und Süd und keine einfache Lösung in Sicht.

Ministerium mit geräumtem Camp

Ministerium mit geräumtem Camp

Von den Protesten sieht man durch die Stadt an den strategischen Punkten aufgeschlagene Camps, die an Open-Air-Festivals erinnern mit Bühnen, Musik, Essen und fröhlicher Stimmung. Allerdings kam es wohl auch zu einigen Schüssen auf die Protestbewegung mit zum Teil tödlichen Folgen, davon kriegt man aber als Tourist Null Komma nix mit. Verwundert nahmen wir zur Kenntnis, dass selbst das Erschießen eines Oppositionsführers keinen wesentlichen Aufruhr in die Menge brachte, sondern alle weiter friedlich und ausdauernd protestieren… Am Sonntag sind Wahlen, da könnte sich das Ganze dann doch unangenehm zuspitzen, sodass wir beschlossen haben rechtzeitig in die Provinz zu flüchten und von dort einen möglichen Coup zu verfolgen.  Mit dem Zug ging es also nach Lopburi und von hier ab morgen weiter per Rad nach Norden gen Grenze zu Laos.

Evolution

Evolution

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s